Überlastete Verkehrsinfrastruktur in der

Metropolregion Hamburg

Funktionierende und leistungsfähige Verkehrsachsen sind die Lebensadern der Metropolregion Hamburg. Die intensive Arbeitsteilung der Unternehmen und starke Pendlerströme, v.a. zwischen Hamburg und seinem Umland, wären ohne ein intaktes Verkehrssystem nicht wie derzeit möglich. Aufgrund der geografischen Lage und des Seehafens Hamburg im Zentrum ist die Metropolregion zudem auch ein international bedeutender Umschlagplatz und ein wichtiger Logistikstandort in Europa.  

 

Bereits heute stoßen die Verkehrswege zunehmend an ihre Kapazitätsgrenzen. Aktuelle Projektionen des HWWIs (Fußnote: HSH Studie) zeigen, dass ein Wachstum der Verkehre angesichts immer stärker ausgelasteter Kapazitäten nicht wie in den vergangenen Jahren fortgesetzt werden kann. Ein besonderes Problem sind hier die Autobahnen. Sie werden vor allem von Pendlern stark genutzt, wodurch es in der Rushhour und in den Tagesstunden schon heute oftmals zu zähflüssigen Verkehren und Staus kommt. Verschärfend wirkt dabei auch, dass sowohl Bundes- und Landstraßen als auch Nadelöhre wie die Elbbrücken und der Elbtunnel stark überfrequentiert werden. Zugleich gilt aber auch, dass in den Abend- und Nachstunden erhebliche Überkapazitäten auf den Straßen bestehen. 

 

Der Wirtschaft der Metropolregion Hamburg drohen bei zunehmender Staugefahr Produktivitätsverluste. Staus kosten nicht nur Zeit und Geld, sie verursachen unter Umständen gar die Umlenkung oder Vermeidung einst wirtschaftlich wünschenswerter Verkehre. Insbesondere für den für die Stadt immer noch wichtigen Logistik- und Hafensektor wäre eine solche Entwicklung kritisch. Angesichts der bereits heute knappen freien Kapazitäten und weiterhin wachsender Handels- und Pendlerströme sollten daher Maßnahmen diskutiert werden, die die künftige Verkehrslage verbessern können:

 

Zu nennen ist hier einerseits der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur, die insbesondere bei der Schaffung neuer Querverbindungen und neuer Elbquerungen sinnvoll erscheinen. Dies ist für die Verlängerung der A20 nördlich der Stadt (samt einer neuen Elbquerung im Westen Hamburgs) und den weiteren Ausbau der A26 südlich der Elbe (samt der Hafenquerspange) gegeben. Andererseits ist der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur kostenträchtig, ökologisch nicht unumstritten und auch im Hinblick auf die Überkapazitäten in den Nachstunden nicht in jedem Fall effizient. Flankierend sollten daher weitere Maßnahmen zur intelligenten Lenkung und Verteilung der Verkehrsströme auf unterschiedliche Verkehrsträger und Tageszeiten überlegt werden. Smarte Verkehrskonzepte und Technologien können hier helfen. So könnten beispielsweise tageszeitflexible Mautgebühren die Kosten der Autobahnnutzung in Hauptverkehrszeiten verteuern und in den Nachstunden verbilligen, um z.B. Anreize zu schaffen, die Güterverkehre - ähnlich dem Bahnbereich - in die Nachstunden zu verlegen. Auch die verkehrsökonomisch sinnvolle Vereinheitlichung und Begrenzung der Fahrgeschwindigkeiten auf allen Spuren der Autobahnen von etwa 80-100 km/h in den Hauptverkehrszeiten würde bisher nicht genutzte Kapazitäten freimachen. Zudem sollten die Bahnen nach Hamburg zuverlässiger und mit längeren Zügen verkehren, um mehr Pendler vom Auto auf die Schiene zu lenken.

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