Kräftige Preisanstiege am Hamburger

Wohnungsmarkt

In Hamburg sind die Preise für Wohneigentum 2015 - nach einer kurzen Pause im Jahr 2014 - erneut deutlich gestiegen. Damit setzt der Wohnungsmarkt den seit der Finanzkrise bestehenden Aufwärtstrend fort. Inflationsbereinigt haben die Preise für Eigentumswohnungen aus dem Bestand seit 2008 kräftig um 50 bis 60% zugelegt. Dies zeigt die Analyse der durch die LBS-Schleswig-Holstein-Hamburg veröffentlichten Preisdaten von Eigentumswohnungen aus dem Bestand in Hamburger Stadtteilen.

 

Die Entwicklung der Immobilienpreise in den Hamburger Stadtteilen ist dabei nicht einheitlich (siehe Abbildung). Sie wird von Änderungen und veränderten Markteinschätzungen der jeweiligen Lagequalitäten, der Art und Qualität der Gebäude, der Infrastruktur, den sozialen und wirtschaftlichen Verhältnissen und anderen Faktoren in den Stadtteilen beeinflusst. So sind im Zeitraum 2008 bis 2015 die Wohnungspreise in Rothenburgsort, das vor allem durch den voranschreitenden Bau der HafenCity und den Sprung über die Elbe eine neue Lagequalität erhalten hat, mit inflationsbereinigt durchschnittlich 13,6% pro Jahr am stärksten gestiegen. In Neustadt betrug der jährliche Anstieg hingegen nur 1,1%.

 

Mithilfe statistischer Verfahren und Modelle können die Eigenschaften und Zustände in den Stadtteilen berücksichtigt und in Ihrer Bedeutung abgeschätzt werden. Zudem ist es möglich, einen gemeinsamen Preistrend der Stadtteile bzw. der Stadt zu ermitteln. Dabei zeigen die Modelle, dass die Preise für Eigentumswohnungen aus dem Bestand im Hamburger Stadtgebiet von 2008 bis 2015

  • ein kräftiges Trendwachstum von inflationsbereinigt etwa 50 bis 60% (das entspricht einem jährlichen Wachstum von 6 bis 7%) erfahren haben und
  • die Preisanstiege tendenziell in innenstadtnahen als auch in wirtschaftlich besser situierten Stadtteilen höher ausgefallen sind.

 

Weitere Analysen und Studien zur Wohnungsmarktentwicklung in der Metropolregion Hamburg deuten darauf hin, dass angesichts der wachsenden Bevölkerungszahl und der Alterung der Gesellschaft jährliche Preiszunahmen von etwa 2 bis 2,5% zu erwarten waren. Die durchschnittlichen Wachstumsraten der vergangenen sieben Jahre liegen jedoch deutlich oberhalb dieses Trends. Angesichts der historisch niedrigen Zinsen an den Kapitalmärkten spiegelt dies zum einen die gegenwärtig gestiegene Bedeutung von Immobilien in Vermögensportfolios wieder. In einzelnen innenstädtischen Stadtteilen und Quartieren kann zum anderen auch spekulative Übertreibung nicht ausgeschlossen werden.

 

Inflationsbereinigte Wohnungspreisanstiege 2008 bis 2015

 

Quellen: LBS-Schleswig-Holstein-Hamburg; Statistisches Bundesamt; Berechnungen des HWWI.

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